Hingucken


Anlässe zum Hingucken gibt es viele. Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Wie in anderen Städten in Deutschland eröffnete im Sommer 2007 auch in Magdeburg die Marke "Thor Steinar" einen Laden. Diese Marke zeigt subtile nationalistische Symboliken, die sich am Rande der Rechtsstaatlichkeit bewegen. Rechtsextremistische Gruppen bauen durch diese Erkennungszeichen Netzwerke auf. Ihr Gedankengut findet auch in Magdeburg in breiten gesellschaftlichen Schichten Zuspruch, nicht nur unter Jugendlichen. Es reicht bis in unsere Kirchengemeinden. Diesen Tendenzen kann nur durch eine große engagierte Aufmerksamkeit (hingucken) und Öffentlichkeit entgegnet werden. Das Geschäft ist zwar inzwischen aus dem Hundertwasserhaus ausgezogen, hat sich aber in einem anderen Stadtteil angesiedelt.
  • Für Sachsen-Anhalt hat die Mobile Opferberatung für das Jahr 2009 bisher 111 rechte und rassistische Straftaten gezählt. Davon waren über 200 Personen direkt betroffen.
  • Jedes Jahr nutzen rechtsextreme Gruppierungen den Tag der Bombardierung Magdeburgs am 16. Januar 1945, um Demonstrationen oder sogenannte "Trauermärsche" anzumelden und durchzuführen. Sie missbrauchen so das Gedenken an die Zerstörung der Stadt.
  • In Magdeburg werden regelmäßig Migrant|innen und nicht-rechte Jugendliche in der Öffentlichkeit angepöbelt, angerempelt oder angegriffen. Migrant|innen erzählen zudem von andauernden ausländerfeindlichen und rassistischen Beleidigungen.
  • Weite Schlagzeilen machte die Verbrennung des Tagebuchs der Anne Frank und der US-amerikanische Flagge im Rahmen einer dörflichen Sonnenwendfeier am 24. Juni 2006 in Pretzien bei Magdeburg. Ein Jahr später veröffentlichten die Bischöfe in Sachsen-Anhalt ihr Gemeinsames Wort "Wir brauchen eine Kultur der Aufmerksamkeit".
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